Smart City: Ein Erlebnisbericht aus dem Jahr 2050

In der Stadt von morgen müssen wir uns nicht mehr den Kopf zerbrechen, wie wir zur Arbeit kommen. Im Jahr 2050 übernimmt diese Aufgabe unser persönlicher Verkehrsassistent auf dem Smartphone. Ein Blick in die Zukunft.

Montagmorgen, 21. November 2050. Emma Wyss hat gut geschlafen. Ihr Sleeptracker zeigt an, dass sie in der Nacht in vier Tiefschlafphasen war, was ideal für die Erholung ist. Wyss macht das Fenster auf, um etwas frische Luft zu schnappen. Draussen ist es still. Motorenlärm plagt die 35-Jährige am Morgen schon lange nicht mehr – und das, obwohl sie in der ursprünglich verkehrsreichen Gemeinde Schlieren im Kanton Zürich wohnt. Seit knapp 15 Jahren gibt es in der Schweiz fast nur noch Elektroautos, Wasserstoff-Fahrzeuge und Plug-In-Hybride. Bezinbetriebene Fahrzeuge sind nur noch selten auf den Strassen als Oldtimer zu sehen. Doch nicht nur der Antrieb der Autos hat sich geändert, sondern auch die Anzahl der Fahrzeuge. Auf 1000 Einwohner kommen nur noch rund 250 Autos* – das sind etwa halb so viel wie zu Emma Wyss‘ Geburtsjahr. Die Zeiten, in denen das Auto als Statussymbol galt, sind längst vorbei. Vielmehr setzen Wyss sowie viele andere Schweizerinnen und Schweizer auch dank gestiegenem Bewusstsein für den Klimaschutz auf ein flexibles Verkehrsnutzungs-System.

Assistent gibt Verkehrsmittel vor

Noch beim Morgenessen öffnet Emma Wyss ihre Mobilität-App, um nachzuschauen, welches Verkehrsmittel sie heute am besten nehmen sollte. Der intermodale Routenplaner zeigt ihr sekundenschnell die schnellsten, kostengünstigsten und umweltschonendsten Routen zu ihrem Arbeitsplatz an. Ihr «Mobile Assistant» gibt ihr vor, ob sie mit dem Elektro-Bus, einem Mietwagen oder mittels Car- und Bike-Sharing zur Arbeit fahren sollte. Einzeln zahlen muss sie die Fahrten nicht. Die App erfasst, welche Angebote Wyss nutzt, löst das richtige Ticket von selbst und rechnet den Betrag automatisch Ende des Monats über das hinterlegte Zahlungsmittel ab. Dabei hat Wyss in der App den genauen Überblick, welche Verkehrsmittel sie wie oft nutzte und wie der Stand ihres Kontos ist.

Flexibilität und Spontanität

Heute Morgen schlägt die App Wyss vor, zuerst ein Stück zu Fuss zu gehen, bevor ein Elektro-Bike gleich um die Ecke auf sie wartet. Die Bikes sind überall in der Stadt verteilt, sie können dank GPS-Tracking nach dem Gebrauch irgendwo hingestellt werden. Mit dem Elektro-Velo soll Wyss dann zum Bahnhof in Schlieren fahren, um dort in einen Mietwagen zu steigen. Als unabhängige Finanzberaterin hat sie heute einen Termin im Zürcher Oberland bei einem Privatkunden. Als Wyss beim Mietauto ankommt, öffnet sie mit der App die Türen und steigt ein. Nun kann sie in Ruhe nochmals die Unterlagen für die bevorstehende Beratung durchgehen, da sie das Auto von alleine zu ihrem Zielort fährt. Ihr «Mobile Assistant» hat dabei auch schon die schnellste Route berechnet, vorbei an Staus vor Baustellen und anderen neuralgischen Punkten. Ein eigenes Auto zu besitzen kann sich Wyss nicht mehr vorstellen. Denn wie sie setzen mittlerweile fast alle auf die flexible Verkehrsnutzung. Sie ist nicht nur bequem, sondern spart auch Geld und vor allem Zeit. Heute hat Wyss bei ihrem Mietwagen ausnahmsweise die etwas teurere Variante «alone» gewählt. Somit sitzt sie alleine im Fahrzeug und kann die Ruhe geniessen – und gleichzeitig ungestört noch ein paar Büroarbeiten erledigen. An anderen Tagen teilt sie sich das Mietauto mit anderen Fahrgästen, was ressourcenfreundlicher und auch günstiger ist. Dass fast alle Autos wie früher mit nur einem Fahrgast durch die Gegend fahren, wird mittlerweile als absurde Verschwendung von Ressourcen angesehen. Nach ihrem Beratungstermin fährt Wyss zum Bahnhof in Schlieren, um dort in den Zug zu steigen. Es ist Rushhour-Zeit. Dank der Vernetzung der einzelnen App-Nutzer mit dem System kann der «Mobile Assistant» die Verkehrsteilnehmer so auf die einzelnen Verkehrsmittel verteilen, dass es bei keinem zu einer Überlastung kommt. Trotz der enormen Zunahme der Bevölkerung in den Ballungszentren hat Wyss so im Zug angenehm Platz. Die letzten Meter ins Fintesscenter legt sie zu Fuss zurück; laut ihrer auf künstlicher Intelligenz basierten Trainings-App steht heute Crossfit auf dem Programm.

Die Zukunft beginnt jetzt – mit abilio

Auch wenn Emma Wyss’ Alltag noch nach Zukunftsmusik tönt. So weit weg von der heutigen Realität ist diese Verkehrsnutzung nicht. abilio verknüpft schon heute unterschiedlichste Verkehrsmittel und kombiniert diese mit Routingdaten und Userdaten zu massgeschneiderten Mobilitätsangeboten. Wer eine Reise antritt, soll diese individuell und ohne Aufwand planen und ganz unkompliziert bezahlen können – egal, ob man sich mit öV, zu Fuss, im eigenen Auto, mit Taxi, Car Sharing oder mit dem Velo bewegt. Die von der Schweizerischen Südostbahn AG entwickelte App zeigt damit ganz direkt, wie sehr sich die Mobilität im Wandel befindet – und wie sich unser Reiseverhalten in Zukunft verändern könnte. Der 21. November 2050 scheint gar nicht mehr so weit entfernt zu sein.

*Quelle: Frauenhofer-Institut für System- und Innovationsforschung