Digital, vernetzt, intermodal: Der TCS rüstet sich für die Mobilität der Zukunft.

Die App «Einfach mobil» des TCS vereinfacht die Schnittstellen zwischen Auto und ÖV und ermöglicht den Kunden die direkte Buchung von Mobilitätsangeboten. Adrian Ackermann, Leiter Corporate Development, erklärt, welche Ziele der TCS mit diesem Angebot verfolgt – und was diese Entwicklung für die Zukunft des Automobils bedeutet.

Adrian Ackermann, der TCS bietet seiner Kundschaft seit Neuestem eine App an, mit der ÖV-Tickets gekauft werden können. Passt das zum TCS?

Das passt sogar sehr gut zusammen, schliesslich ist der TCS viel mehr als «nur» ein Pannendienst. Wir sind ein Mobilitätsclub – und wir wissen, dass die meisten unserer Mitglieder kombinierte Angebote nutzen. Der Grossteil der Bevölkerung ist heute mit dem Zug, dem Auto, dem Velo und zu Fuss unterwegs – das ist bei unseren Mitgliedern nicht anders. Den damit verbundenen Bedürfnissen wollen wir gerecht werden.

«Einfach mobil» entstand in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Südostbahn AG (SOB). Weshalb haben Sie für die SOB als Partnerin entschieden?

Als grösster Mobilitätsclub der Schweiz geht es uns darum, die Übergänge zwischen den Verkehrsmitteln zu vereinfachen und die persönliche Reiseplanung effizienter zu gestalten. Für uns stand schon länger fest, dass wir eine «Mobility as a service»-Plattform aufbauen würden. Wir haben verschiedene Angebote evaluiert, und letztlich hat uns die Lösung der SOB am meisten überzeugt. Das Produkt ist innovativ, benutzerfreundlich und auch technisch schon weit fortgeschritten.

Wie reagieren Ihre Kunden auf die neue App?

Insbesondere die Features zu den ÖV-Angeboten kommen sehr gut an. Wie bei abilio verfügt auch unsere App über eine Swipe-In-Funktion. Diese ermöglicht es den Kunden, in den Zug oder den Bus zu steigen und mit nur einem Wisch über das Smartphone ein Ticket zu kaufen. Was die App zudem attraktiv macht ist die Möglichkeit, verschiedene Angebote innerhalb einer Plattform zu kombinieren – darunter auch Parkplätze oder Taxidienste.

«50 Prozent der Stadtbevölkerung besitzt kein eigenes Auto mehr. Die meisten Leute sind kombiniert unterwegs – mit Bus, Bahn und Velo.»

Adrian Ackermann

 

Viele Mobilitätsexperten sind der Ansicht, dass der Automobilverkehr in Zukunft immer weiter zurückgehen wird. Was glauben Sie?

Es ist zu erwarten, dass der Individual-Verkehr in den Städten langfristig stark zurückgeht – er ist ja heute bereits eingeschränkt. 50 Prozent der Stadtbevölkerung besitzt kein eigenes Auto mehr. Die meisten Leute sind kombiniert unterwegs – mit Bus, Bahn und Velo. Fakt ist aber auch, dass gemäss Perspektivstudien des ARE im Jahr 2040 noch rund 70 Prozent der Verkehrsleistungen im Personenverkehr vom motorisierten Individualverkehr erbracht werden.  Wenn wir von der Entwicklung des Verkehrs sprechen, dürfen wir zudem nicht nur an die Städte denken. Auf dem Land hat das Auto heute noch eine grosse Bedeutung – und das wird meiner Ansicht nach auch noch länger so bleiben.

Welche Rolle spielt der individuelle Verkehr in 30 Jahren – und was bedeutet dies für den TCS?

Individualismus wird auch in der Mobilität in 30 Jahren eine wichtige Rolle spielen. Ob dann immer noch alle mit dem eigenen Fahrzeug unterwegs sein werden, ist eine andere Frage. Wir gehen davon aus, dass die Technik auch in 30 Jahren noch Probleme verursachen kann, die behoben werden müssen. Daher wird es traditionelle Angebote wie den Pannendienst auch in Zukunft noch geben. Um langfristig erfolgreich zu bleiben, werden wir uns jedoch noch breiter aufstellen. Das tun wir heute schon, indem wir regelmässig neue Produkte und Dienstleistungen auf den Markt bringen.

Ein weiterer Trend, der sich abzeichnet sind autonome Fahrzeuge. Ihre Meinung dazu?

Ich habe kein Zweifel daran, dass die autonome Mobilität relativ schnell kommen wird. Zuerst wird sich die Technologie voraussichtlich im öffentlichen, danach im individuellen Verkehr durchsetzen. Viele Autos haben ja heute schon teilautonome Fähigkeiten. Auf diese Entwicklung müssen wir uns gut vorbereiten. Wenn sich das autonome Fahren dereinst vollständig durchgesetzt hat, wird das Autofahren wohl primär zum Freizeitvergnügen. Aussterben wird das Auto aber auch dann nicht.

Infos: www.tcs.ch/einfachmobil